(Dominique Knoll)

"Antenne Bayern"

Interview mit dem Effizienzexperten Jürgen Suplit

Antenne:
Gleich ist es dreiviertel Zwei am Mittwoch. Bei uns regiert das Chaos. Ja zumindest, wenn man bei uns bei Antenne Bayern durch die Redaktion schlendert oder durch die Moderatorenzimmer und man sich die Schreibtische anschaut. Heieiei. Da sind schon ein paar dabei die richtig schön aufgeräumt sind aber andere, ja da liegen türmeweise Zeitschriften, Müslipackungen, Kaffeetassen, massenweiße Zettel, z.B. bei meinem Kollegen Leikermoser, da stehen auch noch viele Modellautos rum, auf diesem Schreibtisch. Lassen Sie doch mal den Blick bei sich so im Büro über die Schreibtische schweifen na - ja - genau. Wir wollen uns mal genauer mit diesem Thema beschäftigen und haben jetzt Jürgen Suplit am Telefon. Er ist Effizienzexperte. Herr Suplit, sind Menschen mit ordentlich aufgeräumten Schreibtischen denn wirklich effizienter bei der Arbeit?

Suplit:
Grundsätzlich betrachtet ja, aber beim Aspekt der Effizienz ist es ganz wichtig, dass die Geschwindigkeit in der die Vorgänge erledigt werden eine hohe Rolle spielt. Wenn ein Schreibtisch unordentlich ist, dann ist es in der Regel auch so, dass die Geschwindigkeit nicht stimmt. Es entstehen zum Beispiel Suchzeiten, oder Doppelarbeiten durch Störungen und so etwas.

Antenne:
Also durch mehr Ordnung ist man schneller, dadurch effizienter.

Suplit:
Genau.

Antenne:
Es gibt ja auch den Fall, dass man mit einem Kollegen in einem Zimmer sitzt und selber es wahnsinnig ordentlich hat - total den Überblick, und gegenüber das pure Chaos. Meinen Sie, ein ordentlicher Mensch kann von dem Chaos gegenüber angesteckt werden dass er auch schludrig wird?

Suplit:
Nun, auf jeden Fall hat er es schwerer die eigene Ordnung aufrecht zu erhalten, wenn der andere ihn zum Beispiel laufend stört. Weil meistens steht das in Verbindung, dass wenn jemand eine chaotischen Schreibtisch hat, dann arbeitet er meistens auch etwas chaotischer, und dann stört er die anderen auch leichter indem er sie fragt: Wie ist dies, wie ist jenes, und bringt dann den andern weg von seiner Arbeit oder von dem was er gerade bearbeitet und darin liegt dann die Schwierigkeit oft.

Antenne:
Jetzt fühl ich mich ein bisschen ertappt, weil ich gestehe hier öffentlich, ich bin ein totaler Chaot was Schreibtische angeht. Ich hab' so eine Post-it-Zettel-Organisation, mein ganzer Computer ist dann so ein kleines Kränzchen aus gelben Zetteln. Herr Suplit jetzt helfen Sie doch mal mir und allen andern Schreibtisch-Chaoten in Bayern. Drei Einsteiger-Tipps für Chaoten.

Suplit:
Gut, also ein wichtiger Punkt ist: Die Vorgänge, die man einmal in der Hand hat die soll man auch sofort erledigen. Der zweite Aspekt wäre, dass man störungsfreie Zeiten einführt. Das muss nicht unbedingt lange sein, aber es muss eine bestimmte Zeit am Tag geben, wo jemand die Möglichkeit hat, dass er ohne Störungen einfach seine Vorgänge erledigen kann.

Antenne:
Also auch Telefon aushängen dann so richtig mal oder?

Suplit:
Ja, ja

Antenne:
Okay.

Suplit:
Ein weiterer Punkt ist, wenn man eine Tätigkeit beginnt, sollte man sie auch wirklich mit der Absicht durchführen, dass sie möglichst schnell und effektiv erledigt wird, und dass man den Vorgang zu Ende bringt.

Antenne:
Also auch unangenehme Dinge dann nicht auf die lange Bank schieben, sondern ran!

Suplit:
Genau. Alles, was man nicht löst, kommt zurück und beißt.

Antenne:
Das ist eigentlich wie überall im Leben, oder?

Suplit:
Ja genau!

Antenne:
Aber so kommt man entspannter durch den Arbeitstag, auf alle Fälle. Herr Suplit, vielen Dank für Ihre tollen Tips.

Suplit:
Ja, bitte schön.

Antenne:
Ich werde versuchen sie zu beherzigen, und falls ich mich gebessert hab meld' ich mich noch mal.

Suplit:
Danke schön

Antenne:
Tschüß, schönen Tag.

Suplit:
Tschüß

Antenne:
Was man nicht löst, das kommt zurück und beißt. Das ist mein Satz des Tages! Schön!